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Autogenes Training Brücke zwischen Körper und Geist

Wunderheilung, Erleuchtung, Entspannung auf Knopfdruck. Um das autogene Training und seine Effekte ranken sich viele Gerüchte. Doch längst ist die aktive Entspannungsmethode sogar in der Schulmedizin angekommen. Und kann da helfen, wo das ärztliche Latein endet.

Acht Menschen liegen auf dicken Matten, in Decken eingewickelt, während Beate langsam und leicht ihre Stimme durch den Raum schweben lässt. „Schieb deine Gedanken beiseite und spüre in deinen Körper hinein.“ Autogenes Training. Die Kunst, sich aus eigenem Antrieb völlig zu entspannen,
beginnt mit einer fremden Stimme. Nach und nach sollen sich die Schüler von Beates Stimme lösen und in nur wenigen Wochen in der Lage sein, sich nur kraft ihrer eigenen Vorstellung in völlige Entspannung zu versetzen.

Das autogene Training wurde von Johannes Heinrich Schultz aus der Hypnose heraus entwickelt, und tatsächlich erinnern die sonore Stimme, mit der die Trainerin spricht und die Reize, die sie ihren Schülern gibt, an Hypnose, wie sie als Attraktion in Shows immer wieder verwendet wird. „Die Arme sind ganz schwer“, tönt es durch den Raum. Insgesamt sieben dieser Impulse gibt es und mit einer Showeinlage hat das Ganze wenig zu tun. Denn die Impulse erzeugen, richtig und regelmäßig ausgeführt, körperliche Reaktionen. Der Mensch konzentriert sich ganz auf bestimmte Körperpartien und -funktionen und ist in der Lage, diese aktiv zu entspannen.

Beate ist mittlerweile zum Bauch vorgedrungen. „Bauch warm und weich“, sagt sie leise und irgendwo im Raum knurrt unüberhörbar ein Magen. „Das ist ganz normal“, erklärt Beate, als ihre acht Schüler kurze Zeit später in einem Stuhlkreis sitzen und ihre Erlebnisse reflektieren. „Euer Körper reagiert jetzt immer stärker auf die Impulse, das zeigt, dass die Entspannung funktioniert.“ Ein grummelnder Bauch als Zeichen der Entspannung, das mag seltsam klingen. Fakt ist aber, dass selbst die Schulmedizin mittlerweile Gebrauch von autogenem Training macht. Kopfschmerzen können gelindert, Atemstörungen oder Nervenerkrankungen geheilt werden, selbst bei der Behandlung von Krebspatienten kommt autogenes Training zum Einsatz. Die tiefe Entspannung kann den Heilungsprozess gerade in Zeiten schmerzhafter Therapien unterstützen und Selbstheilungskräfte freisetzen.

Was dem zugrunde liegt, ist die mittlerweile medizinisch unumstrittene Verbindung von Körper und Geist. Ein großer Anteil aller auftretenden Krankheitsbilder hat zumindest teilweise psychische Ursachen, die nicht medikamentös behandelt werden können. Daher versuchen es oft gerade diejenigen Menschen mit autogenem Training, die schon lange von Arzt zu Arzt laufen, mit Symptomen, die niemand versteht und einer vermeintlich unsichtbaren Krankheit. „Durch autogenes Training wird das Unterbewusstsein angesprochen und körperliche Prozesse können in Gang gesetzt werden“, erklärt Beate. Ihre Schüler liegen wieder auf ihren Matten und haben die Augen geschlossen. Entspannt.

„Stress ist ein großes Problem für den Körper. Wir sind nicht darauf ausgerichtet, über einen längeren Zeitraum Stress zu empfinden. Das löst nicht nur Verspannungen aus, sondern kann auch viel größeren Schaden anrichten“, sagt Beate. Ihre Schüler sollen hier einen Weg erlernen, den Stress selbst abzubauen. In dieser Entspannungsrunde sollen sie sich selbst die Impulse geben, nur durch ihre Gedanken. „Das ist ganz wichtig, denn autogenes Training gibt dem Menschen das Werkzeug, sich selbst von Stress zu befreien. Diese Unabhängigkeit gibt zusätzlich Kraft, und die Übungen kann man immer und überall durchführen, wenn man geübt ist. Im Sitzen, Stehen, mit offenen Augen – ohne dass es jemand merkt.“

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