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Diabetes Ade! - Autor Markus Berndt im Interview (Teil 1) Diabetes besiegt - ohne Medikamente

Bei Markus Berndt wurde Diabetes II diagnostiziert, mit schlimmen Werten. Aber er hat sich nicht unterkriegen lassen, hat sich schlau gelesen und sich weitergebildet. Und: Er hat sein Leben umgekrempelt. Ernährungsumstellung und mehr Sport inklusive. Im Interview verrät er uns, was man in seinem Buch "Diabetes Ade" erfahren kann und wie die Lebensumstellung für Ihn verlief.

Schöne Jahre: Sehr geehrter Herr Berndt, starten wir mit Ihrer persönlichen Geschichte. Wie war es, als Ihr Arzt Ihnen gesagt hat, dass Sie an Diabetes II erkrankt sind?

Markus Berndt: Es war in erster Linie natürlich ein Riesenschock! Mit 45 Jahren hat man schließlich andere Erwartungen an seine Zukunft, als Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen zu erleiden. All das stand jedoch im Raum, inklusive der Aussicht auf ständiges Insulinspritzen und lebenslange Medikamentenabhängigkeit. Ein schrecklicher Gedanke für mich, der ich stets kritischer Pharmabeobachter war und mir um die schädlichen Nebenwirkungen vieler pharmazeutischer Produkte sehr bewusst bin.

Schöne Jahre: Was ist eigentlich der genaue Unterschied zwischen Diabetes II und Diabetes I?

Markus Berndt: Diabetes Typ I ist eine Autoimmunerkrankung, die Betroffenen sind vielfach schon von Beginn an auf Kunstinsulin angewiesen, da die eigene Bauchspeicheldrüse kein eigenes Insulin mehr produziert. Die Erkrankung entsteht üblicherweise schon in jungen Jahren, weshalb diese Form des Diabetes früher auch juveniler Diabetes genannt wurde. Diabetes Typ I entsteht oft genetisch bedingt, sind beide Eltern Diabetiker Typ I, beträgt die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls zuckerkrank zu werden, für das Kind 10% - 25%.

Bei Diabetes Typ II ist der Fall völlig anders gelagert, diese Form der Stoffwechselerkrankung entsteht meistens erst im fortgeschrittenen Alter, primär aufgrund eines jahrelang falschen Lebensstils. Schlechte Ernährung (zu viele schlechte Kohlenhydrate wie Zucker & Weißmehlprodukte, Fast Food, Fertiggerichte), mangelnde Bewegung, Stress und schlechter Schlaf zählen zu den üblichen Verursachern von Diabetes Typ II, den ich auch gerne als "Wohlstandsdiabetes" bezeichne. Diabetes Typ II geht zumeist eine Insulinresistenz zuvor, bei der die körpereigenen Betazellen nicht mehr so gut auf Insulin ansprechen. Dadurch muss nach und nach immer mehr Insulin ausgeschüttet werden, die Zellen werden stärker resistent (unempfindlicher), eine Negativspirale entwickelt sich. Wenn man an dieser Stelle nicht gegensteuert (am besten mittels einer Lebensstilmodifikation), ermüdet die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit und stellt die Insulinproduktion ganz ein. Hier "trifft" der Diabetiker Typ II mit dem Diabetiker Typ I zusammen, die beiden trifft ab jetzt das gleiche Schicksal. Mit einem großen Unterschied: Der Diabetiker Typ II ist an seinem Schicksal selbst schuld, vor allem, wenn er nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen getroffen hat!

Schöne Jahre: Nun wurde bei Ihnen Diabetes II diagnostiziert. Was waren Ihre ersten Aktionen?

Markus Berndt: Die ersten drei Tage habe ich mich daheim "einkaserniert" und versucht, so viele Informationen über Diabetes herauszufinden, wie es mir in der Geschwindigkeit möglich war. Relativ rasch wurde mir klar, dass ich auf Zucker, Weißmehl und polierten Reis verzichten sollte, da diese einen sehr hohen glykämischen Index (GI) haben. Der glykämische Index eines Lebensmittels gibt Aufschluss darüber, wie stark der Blutzucker nach Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittels ansteigt. Je höher der GI, desto heftiger der Blutzuckeranstieg, je stärker der Blutzucker ansteigt, desto mehr Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet. Und das begünstigt wiederum die Insulinresistenz. Der ganze Vorgang ist völlig simpel und auch für Laien klar nachvollziehbar. Umso unverständlicher, dass sowohl die deutsche, wie auch die österreichische Diabetesgesellschaft nach wie vor viel zu hohe Mengen an Kohlenhydraten für die tägliche Nahrungszufuhr empfehlen. Internationale Studien belegen schon längst das Gegenteil. Und raten daher zu einer kohlenhydratreduzierten Kost als erste Maßnahme bei der Bekämpfung von Diabetes Typ II.

Schöne Jahre: Welche Medikamente haben Sie wie lange genommen und wann haben Sie diese wieder abgesetzt?

Markus Berndt: Ganz zu Beginn habe ich Metformin Tabletten eingenommen. Diese habe ich eigenmächtig ohne Rücksprache nach wenigen Wochen abgesetzt, allerdings unter ständiger Kontrolle meiner Blutzuckerwerte. In den ersten Monaten habe ich mir bis zu 8 Mal am Tag meinen Blutzucker gemessen. So behielt ich stets die Kontrolle und erhielt vor allem wertvolle Informationen über die Verstoffwechselung der verschiedenen Nahrungsmittel, die ich zu mir nahm. Verlässliches Messmanagement ist meiner Meinung nach ein wesentlicher Faktor für einen Diabetiker, der sich erfolgreich selbst therapieren möchte.

Schöne Jahre: Sie sagten in einem Video, dass Sie ein Genussmensch seien. Wie verhält sich das zu dem Diabetes? Ich stelle es mir sehr schwer vor, auf Marmelade und andere Süßigkeiten zu verzichten.

Markus Berndt: Ich verzichte auf rein gar nichts! Als ich mich zu Beginn der Zuckerkrankheit dazu entschied, das "Match" gegen Diabetes für mich zu entscheiden, stellte ich 3 Ansprüche an mich selbst:

1. Ich wollte auf gar keinen Fall Medikamente einnehmen
2. wieder gesund werden und
3. absolut keinerlei Verzicht erleiden müssen!

Was sich für viele wie ein Paradoxon anhören muss, ist nicht viel mehr als das Wissen um die Vielfalt der Nahrungsmöglichkeiten und den Vorteil, in einer zivilisierten Gesellschaft zu leben.

Diese stellt uns nämlich alles was wir brauchen ins Regal – direkt vor die Nase! Wir müssen diese tollen Lebensmittel nur finden und vor allem wissen, welche uns gut tun und welche eben nicht. Wenn Sie nun konkret Süßigkeiten ansprechen, dann war das zu Beginn sicherlich die größte Herausforderung, denn Zucker war unbedingt zu meiden. Auch Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup sind aufgrund ihres hohe GI's keine Alternativen. Stevia hat mir nicht geschmeckt, und synthetische Süßstoffe wie Aspartam rühre ich sowieso nicht an. Nach intensiven Recherchen stieß ich dann auf die sogenannten Zuckeraustauschstoffe und entschied mich letztendlich für einen davon namens Erythrit. Erythrit hat einen glykämischen Index von 0 und auch keine Kalorien. Es sieht aus wie Zucker, schmeckt ausgezeichnet und lässt sich auch ähnlich wie Zucker verarbeiten. Außerdem wird es, im Gegenteil zum synthetischen Zucker, natürlich, durch Fermentation gewonnen. Für mich die Offenbarung, denn mittels Erythrit konnte ich nach wie vor süß essen und trinken. Marmelade, Speiseeis, Trinkschokolade – alles möglich, erlaubt und sogar gesund! Mir wird gerne nachgesagt, dass ich gar so diszipliniert bin. Das Gegenteil ist der Fall, und weil das so ist, habe ich einen Weg gefunden, eben nicht diszipliniert sein zu müssen – und auf absolut nichts zu verzichten!

Schöne Jahre: Wie wichtig ist Sport für einen Menschen, der an Diabetes erkrankt ist?

Markus Berndt: Jede Form von Bewegung ist gesunde Medizin für einen Diabetiker und hat meiner Meinung nach Langzeitheilkraft. Ich habe da wirklich alles ausprobiert und, ähnlich meinen Selbstversuchen im Bereich Ernährung, auch beim Sport sämtliche Auswirkungen auf den Blutzucker dokumentiert. Abgesehen davon, dass Sport gut für die Blutzuckerentwicklung ist, hat er auch so etwas wie meditativen Einfluss auf mich. Sport entspannt mich, macht meinen Kopf frei und wirkt extrem stressbefreiend. Trotz aller Wichtigkeit von Sport muss ich jedoch mit aller Klarheit festhalten: Sport ist die Rosine im erfolgreichen Kampf gegen Diabetes und kann Blutzuckerwerte optimieren, richtige Ernährung jedoch das Fundament!

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