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Die Küche der Abruzzen Unverwechselbar und bodenständig

Auch wenn die Abruzzen aus geografischer Sicht zu Mittelitalien gehören, werden sie offiziell zu den Regionen im Süden gezählt. Dieser Umstand lässt sich geschichtlich erklären, da die Abruzzen vom Frühmittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein dem Königreich Sizilien angehörten und mit dieser Mittelmeerinsel ein enger wirtschaftlicher und kultureller Austausch gepflegt wurde. So unverwechselbar die Landschaft der Gebirgsregion ist, so unverwechselbar sind auch die lokalen Spezialitäten.

Über Jahrhunderte führte die Bevölkerung der Abruzzen ein eher abgeschiedenes und bescheidenes Leben. Einer der Gründe dafür mag sicherlich die Unwegsamkeit der Gebirgsregion und die damit verbundene Armut gewesen sein. Die bodenständige und traditionsreiche Küche spiegelt in gewisser Weise die Geschichte der Region wider. Früher wie auch heute versorgt das Land seine Einwohner mit Gemüse, Kräutern, Trauben, Oliven, Weizen und Zuckerrüben. Zudem ist dieses Gebiet auch für qualitativ hochwertige Trüffeln bekannt. Rund die Hälfte der schwarzen italienischen Trüffeln kommt aus den Abruzzen. Die heimische naturbelassene Küche verdeutlicht auch das noch heute bestehende Traditionsbewusstsein der Abruzzen-Bewohner. Eine Vielzahl von Rezepten, die auf den Speisekarten zu finden sind, wird von Generation zu Generation weitervererbt.

Tierhaltung und erstklassige Erzeugnisse
Die Speisen sind bodenständig, schmackhaft und eher deftiger Natur, dennoch nicht minder einfallsreich. Für die Zubereitung sind Peperoncino schier unerlässlich. Die scharfen roten Chilischoten werden auch „Diavolicchio“ (Teufelchen) oder „Diavolillo“ genannt. Also aufgepasst, es könnte richtig scharf werden. Für typische Fleischgerichte wird Schaf-, Lamm- und Hammelfleisch aus der heimischen Tierhaltung verwendet, die eine wichtige Rolle spielt. Die Milch der in den Abruzzen weidenden Schafe wird für die Herstellung verschiedener Käsesorten genutzt. So sind der Pecorino-Hartkäse aus Schafsmilch und der Weichkäse aus Kuhmilch Caciotta beliebte Sorten der Region. Auch in puncto Nudelsorten haben die Abruzzen einiges zu bieten. Am bekanntesten dürften wohl die eckigen Spaghetti oder Maccheroni, Pasta a la Chitarra, sein. Sie erhalten ihre eckige Form, weil der Teig durch einen rechteckigen Rahmen gedrückt wird. Die Maccheroni alla Molinara werden auch Strangolapreti genannt. Aus dem Nudelteig werden Teigfäden gezogen und zu einem Knäuel gewickelt, das beim Kochen nicht seine Form verliert. Der für die Nudelherstellung verwendete Hartweizengrieß wird auf den weitläufigen Feldern angebaut und ist mit ein Grund, warum sich einige Pastaproduzenten in den Abruzzen niedergelassen haben. Das Hartweizenmehl trägt nämlich entscheidend zur hervorragenden Qualität bei. So auch der Umstand, dass hinsichtlich der mechanischen Verarbeitung die frühere Zubereitungsart per Hand berücksichtigt wurde. Die Gegend beschert ihren Bewohnern auch Safran, der jedoch ausschließlich für den Export genutzt wird und in der lokalen Küche nicht zu finden ist. Für die Verarbeitung mangelt es schlicht an geeigneten Fabriken. Darüber hinaus sind hier auch hochwertige Olivenöle beheimatet: Aprutino Pescarese, Colline Teatine und Pretuziano delle Colline Teramane. Bezüglich der erstklassigen Erzeugnisse dürfen die schwarzen Linsen aus Santo Stefano und der rote Knoblauch, Aglio rosso di Sulmona, nicht vergessen werden. Die Linsen sind nicht nur sehr fein im Geschmack, sie sind aufgrund ihres hohen Eisenanteils auch sehr gesund. So ist der rote Knoblauch ebenfalls in zweifacher Hinsicht wertvoll. Neben seiner Würze ist er reich an ätherischen Ölen und wird deshalb auch für pharmazeutische Mittel genutzt.

Schokolade und italienische Dichter
Süßspeisen runden die abruzzischen Mahlzeiten ab. Kreationen von Schokolade mit getrockneten Feigen zergehen förmlich auf der Zunge. Auch die Zuckermandeln zählen zu den typischen Leckereien der Region. Der Parrozzo Abruzzese ist ein mit Schokolade überzogener Kuchen. Diese süße Spezialität stammt aus Pescara und der große italienische Dichter Gabriele D’Annunzio (1863-1938) war ein großer Fan dieser Köstlichkeit und obendrein mit dem Konditor, der sie erfunden hat, gut befreundet. Der Name leitet sich von „pan rozzo“, grobes Brot, ab. Die runde Form und die Farbe des Kuchens ähneln dem Brot der Bauern in den Abruzzen.

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