Frauenfilmfestival in Dortmund und Köln Alles unter Kontrolle?!

Das Frauenfilmfestival ist nicht nur eines der wichtigsten Filmfestivals Deutschlands, sondern auch eine etablierte Institution im Ruhrpott. Dieses Jahr ist es stolze 30 Jahre alt geworden – und das wurde vom 04. bis zum 09. April natürlich ordentlich gefeiert. Und wie ginge das besser als mit richtig guten Filmen?

Das Festival fand an seinen beiden Standorten Dortmund und Köln statt und projizierte unter dem Motto "In Control... Of the Situation" insgesamt 120 Filme in 11 verschiedenen Programmreihen. Alles unter Kontrolle? Das scheint bei den aktuellen politischen Geschehnissen doch eher fraglich. Und genau darauf wollte das Team rund um die Leiterin Silke Räbiger auch hinaus: Einerseits scheint alles aus den Fugen zu fallen, andererseits wird unserer eigenes Leben (dank Facebook und Co.) immer mehr kontrolliert. Gezeigt wurde eine Vielfalt an aktuellen Spielfilmen und Dokumentationen, neben kleinen Einführungen gab es zu manchen Vorstellungen auch ausführliche Diskussionsrunden.

Callshop Istanbul

Auch wenn der Name des Festivals klarstellt, dass ein Schwerpunkt auf weibliche Filmschaffende gelegt wird, so verschiedenen sind jedoch vor der Kamera die Akteure, ihre Herkunft und die Gesellschaft, in der sie leben: Besonders beeindruckend kann hier der Dokumentarfilm "Callshop Istanbul" (2015) von Sami Mermer und Hind Benchekroun genannt werden – es werden beinahe ausschließlich Gesprächsfetzen aus einem Istanbuler Telefoncenter gezeigt. Istanbul dient als Sammelpunkt verschiedenster Menschen, die entweder hier stranden oder auf den Weg nach Europa dort pausieren. Gerade der Fokus auf die Gespräche mit den Liebsten in der Heimat, setzt hier einen interessanten Blickwinkel und gibt jedem Schicksal eine individuelle Stimme.

The Party

Im vollen Kinosaal im CineStar Dortmund wurde am 04. April das Festival eröffnet. Der Spielfilm "The Party" (2017) von Sally Potter brilliert mit einem wunderbaren Cast (u.a. Patricia Clarkson, Bruno Ganz) und einem bitterbösen Humor. Die designierte Gesundheitsministerin Janet (Kristin Scott Thomas) lädt ihre engsten Freunde zu einer Dinnerparty ein. Der Abend verläuft jedoch komplett unerwartet, als ihr Mann (Timothy Spall) seine eigene große Verkündigung einbringt. Pointenreiche Gesellschaftssatire, die zu recht am 09. April mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Ebenso konnte der Film "Voir du pays" (2016) von den französischen Schwestern Delphine und Muriel Coulin einen Preis ergattern, indem junge Soldatinnen nach ihrem Einsatz in Afghanistan sich auf Zypern erholen sollen, dort jedoch von ihren Kriegserinnerungen eingeholt werden.

Gerade das vielfältige Programm, dass auch von Diskussionsforen, Kurzfilmen oder Performances gespickt ist, macht das Frauenfilmfestival zu einem wichtigen Sammelpunkt für Regisseur*innen und Filmbegeisterte. "In Control" bezieht sich auch auf die Künstlerin Niki de Saint Phalle, deren Nana-Figuren bis heute noch faszinieren. Ihr ist im Dortmunder U eine Ausstellung gewidmet, in der ihre verschiedenen Frauenbilder ausgestellt sind. Diese können noch bis zum 23. April 2017 bestaunt werden.

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