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Grillen mit dem gewissen Etwas Es geht auch ohne Fleisch

Die Grillsaison ist in vollem Gange: Überall wird gebrutzelt und gebraten. Wie wäre es dabei mal ohne Fleisch? Worauf es beim veganen Grillen ankommt, hat Schöne Jahre die Ernährungswissenschaftlerin Felicitas Kitali, Campaignerin für den Bereich Veganes und Ernährung bei PETA Deutschland, gefragt.

Schöne Jahre: Frau Kitali, welche vegetarischen oder veganen Lebensmittel eig­nen sich prima zum Grillen?

Felicitas Kitali: Also ein ge­mütlicher Grillabend funkti­oniert auch ohne Fleisch und Wurst. Im Grunde können so gut wie alle veganen Lebens­mittel auf den Grill, vorausge­setzt sie fallen nicht durch den Rost. Bei manchen Gemüsesorten kommt es auf die richtige Vorbe­reitung an. Es gibt dabei eine schier unendliche Vielfalt an Spießen, Kartoffel- oder Bratling-Varia­tionen, Gemüsepäckchen und Marinaden zu entde­cken. Seien es halbe Avocados, vorgegarte Süßkar­toffeln, Polentaschnitten, grüner Spargel, Chicorée, Lauch oder Kräuterseitlinge – auf den Grill kann fast alles gelegt werden, worauf man Lust hat. Am besten man lässt sich vom saisonalen Gemüseange­bot inspirieren.

Schöne Jahre: Was gibt es denn außer Gemüse noch zum veganen Grillen?

Felicitas Kitali: Der Handel bietet dazu grillfertige Soja-, Seitan- oder Lupinenprodukte. Auch selbst marinierter Tofu, Seitan oder Tempeh bieten sich an. Besonders lecker sind Früchte vom Grill. Ba­nanen lassen sich am besten in der Schale grillen, das sieht auch noch lecker und appetitlich aus. Wer es süß mag, schneidet die ungeschälten Bananen vorher längs ein und füllt sie zum Beispiel mit veganer Schokolade. Erdbeeren, Trauben oder auch mit Marzipan gefüllte Aprikosen werden vorher mit Margarine, Agavendicksaft und Vanille oder Zimt bestrichen und dann aufgespießt. Sehr lecker sind auch halbierte und gefüllte Ananas, Äpfel und Birnen. Da ist ganz bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei.

Schöne Jahre: Wodurch lassen sich Milchprodukte für Dips und Saucen ersetzen?

Felicitas Kitali: Mittlerweile gibt es in gut sortierten Supermärkten zu jedem Milchprodukt eine vega­ne Alternative. Dabei können Grillfreunde oft aus einem breiten Angebot verschiedener Alternativen wählen. Zum Beispiel Joghurt aus Mandeln, Kokos, Soja, Lupinen oder sogar Hanf. Wer es eher cremig mag, wird veganen Sauerrahm, Frischkäsealterna­tiven oder vegane Crème fraîche finden. Lecker ist auch Nussmus, vor allem aus Cashew- oder Sonnen­blumenkernen. Es eignet sich ideal als Grundlage für einen Dip. Nicht zu vergessen die vielen Saucen ohne Milchprodukte: Ketchup und Senf sind in der Regel vegan. Ursprüngliche Rezepte für Aioli ebenso und auch Mayonnaise lässt sich leicht vegan herstel­len oder fertig kaufen. Auch Hummus, Guacamole und Salsa passen prima zu veganem Grillgut. Außer­dem haben immer mehr Unternehmen entsprechen­de Grillsaucen im Sortiment, die sehr lecker schme­cken, von mild bis sehr scharf.

Schöne Jahre: Was ist wichtig beim veganen und vegetarischen Grillen?

Felicitas Kitali: Vegan grillen bietet zunächst eine Reihe von Vorteilen für die Umwelt, die Tiere und die eigene Gesundheit. So kann sich mit der Wahl rein pflanzlicher Speisen auf dem Grill das gesund­heitliche Risiko für Salmonellenerkrankungen und die Entstehung von Nitrosaminen verringern. Fürs praktische Grillen ist es sinnvoll, Grillgut zwar knus­prig und braun, aber nie schwarz zu brutzeln. Bei Veggie-Würstchen gilt: Viele vegane Grillprodukte aus Tofu, Lupinen oder Seitan sind bereits vorgegart und müssen auf dem Grill nur noch eine knusprige Kruste bekommen. Das Grillgut bräunt also früher, braucht weniger Hitze und damit auch weniger Energie. Bei voller Glut werden sie besser am Rand platziert, öfter gewendet oder, wenn möglich, der Rost etwas höher gehängt. Wegen des oft geringeren Fettgehalts sollten die Produkte vorher außerdem mit etwas Oliven- oder Sonnenblumenöl bestrichen werden. Feste Gemüsesorten wie Maiskolben, Ka­rotten oder Kohlrabi am besten vorkochen. Zartere Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl und Fen­chel können vorher blanchiert werden. Bei Aubergi­ne und Zucchini kann es ratsam sein, sie vorab mit etwas Salz zu bestreuen, stehen zu lassen und dann das überschüssige Wasser abzutupfen. Mit ein paar Tipps steht dem veganen Grillvergnügen also nichts mehr im Weg. Landen statt Fleisch Tofuwürstchen, Gemüsespieße oder Linsenbratlinge auf dem Rost, wird aktiv Tierleben gerettet und gleichzeitig die Umwelt geschont. Das macht zufrieden und glück­lich.

Frau Kitali, wir danken Ihnen für die vielen Tipps und das Gespräch.

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