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Gut zu wissen: Hundstage Die Hundstage sind Badetage

Hochsommer ist Badesaison – auch für Vierbeiner. Die heißesten Wochen des Jahres bezeichnen wir als „Hundstage“, zumeist ohne über diese Bezeichnung nachzudenken oder ihren Ursprung zu kennen. Der Begriff hat rein gar nichts mit unseren geliebten Vierbeinern zu tun, sondern bezieht sich allein auf die astronomische Besonderheit, dass ab der zweiten Julihälfte der Hauptstern Sirius im Sternbild Großer Hund erstmals frühmorgens wieder am südöstlichen Horizont zu sehen ist.

 "Hundstage" ist seit alters her die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode, die nach dem Hundsstern Sirius, der Anfang August mit der Sonne auf- und untergeht, benannt wurde. Während des Zeitraums der Hundstage liegt in der Regel ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, welches sehr heißes Wetter mit sich bringt. Die Hundstage gehen bis auf das alte Ägypten im 3. Jahrtausend v. Chr. zurück und bezeichneten dort die "Rückkehr" des Fixsterns Sirius an den Morgenhimmel. Sie sind daher ursprünglich keine meteorologische Singularität, sondern ein astronomisches Ereignis. Nachdem Sirius zuvor wochenlang unsichtbar mit der Sonne am Tageshimmel stand, konnte er an den Ufern des Nils gegen Ende der ersten Julidekade erstmals in der sich erhebenden Morgendämmerung wieder erblickt werden. Dieses Ereignis wurde später von den Griechen als "heliakischer Aufgang" bezeichnet, was so viel wie "mit der Sonne" bedeutet. Der Beginn der Hundstage markierte im alten Ägypten übrigens auch den Beginn des Neuen Jahres, weil die sommerlichen Überschwemmungen des Stroms, welche fruchtbaren Schlamm über die dörrenden Felder spülten, zur heißesten Zeit des Jahres nicht nur das lebenswichtige Wasser bescherten, sondern weil sie auch die Ufer des Flusses reinigten und damit zugleich einen neuen Wachstums- und Lebenszyklus einleiteten.

Mit dem Fixstern Sirius ist übrigens eine merkwürdige Geschichte verbunden, die als das „Sirius-Rätsel“ bekannt geworden ist: Das westafrikanische Volk der Dogon im Staat Mali feiert alle knapp 50 Jahre ein großes Fest. Diesen Zeitraum benötigt ein kleiner „Nebenstern“ des Sirius für einen Umlauf um seinen Hauptstern, der seit dieser Entdeckung im Jahr 1923 als „Sirius A“ bezeichnet wird. Offenbar haben die Dogon schon seit Jahrhunderten Kenntnis von diesem Doppelstern-System, obwohl der wesentlich kleinere Sirius B, ein sog. Weißer Zwerg, erst Mitte des vergangenen Jahrhunderts mit entsprechenden Teleskopen entdeckt wurde.

Wir nehmen die Hundstage zum Anlass, die heißeste Zeit des Jahres auch für unsere vierbeinigen Begleiter erträglich zu gestalten. Hunde können nämlich nicht wirklich schwitzen wie wir Menschen, höchstens an den Füßen. Sie regeln ihre Körpertemperatur allein über die Zunge und die Mundschleimhäute. Wenn Hunde also mit heraushängender Zunge hecheln, dann nicht etwa aus Atemnot, sondern weil ihnen heiß ist. Kühlung verschaffen sich Mensch und Hund gleichermaßen am besten durch ein erfrischendes Bad. Hier empfiehlt sich die Schwäbische Alb, wo es generell schon den berühmten „Kittel kühler“ ist. Aber auch die oberschwäbische Landschaft als wahres Hunde-Paradies, denn zahlreiche fließende und auch stehende Gewässer, also Badeseen, laden nicht nur Menschen zum wohltuenden Badevergnügen ein. Am beliebtesten sind flache Fließgewässer mit wenig Strömung wie zum Beispiel die Große Lauter, die sich von ihrem Ursprung bei Offenhausen gemächlich in unzähligen Schleifen bis hinunter nach Hayingen schlängelt. Dort findet man auch ein besonders malerisches und schattiges Wanderparadies, das Glastal mit dem flach am Wegesrand fließenden Hasenbach. An dessen Ende wartet noch ein zusätzliches Highlight bei der Wimsener Höhle, Deutschlands einziger mit dem Boot befahrbaren und längsten Wasserhöhle. Über breite Kaskaden füllen sich hier kleinere Badetümpel im fließenden Bach, der ab hier, nach dem Zusammenfluss mit dem Wasser aus der Wimsener Höhle, „Zwiefalter Aach“ genannt wird. Folgt man – wiederum durch ein traumhaft schönes und wild-romantsches Tal – diesem Wasserlauf bis hinunter nach Zwiefalten, nähert man sich bereits den ausgedehnten Flussauen der „Jungen Donau“. Und immer plätschert sauberes „Kühlwasser“ neben den Wegen, meist ohne nennenswerte Böschungen. Hier beginnt dann bereits die flache Region Oberschwaben südöstlich der Schwäbischen Alb, wo es weniger Fließgewässer, dafür aber umso mehr malerische Seen gibt, die von Hunden als Badegelegenheiten natürlich ebenso geliebt werden wie von naturverbundenen Menschen.

Wer mit seinem Hund baden geht, macht übrigens in doppelter Hinsicht alles richtig: Durch das Hecheln verliert das Tier permanent Flüssigkeit, muss also unbedingt mehr trinken, was beim Schwimmen automatisch geregelt wird. Doch Vorsicht: Da Hunde quasi nach unten kraulen beim Schwimmen, ist gebührend Abstand angesagt, will man Kratzer durch die krallenbewehrten Pfoten vermeiden. Und noch ein wichtiger Ratschlag für Hundebesitzer von Tierärztin Dr. Brita Guth (Warthausen): „Wassermangel und Überhitzung sind die größten Gefahren für Hunde, die besonders von lebensbedrohlichem Hitzschlag bedroht sind, wenn man sie im geparkten Auto zurücklässt, auch bei leicht geöffneten Fenstern!“ So warnt denn auch der Deutsche Tierärzte-Bund: „Kurz ist schnell mal zu lang!“ Soll heißen: Dr. Guth: „Auch wenn der Hund im Hochsommer nur für kurze Zeit im Auto bleibt, kann die Überhitzung schnell zum Tod führen!“

Besonders an den Hundstagen sind die Vierbeiner also auf die fürsorgliche Obhut des Menschen angewiesen – schließlich haben sie ja keine Möglichkeit, sich im Sommer ihres stets wärmenden Fells zu entledigen oder ihre „Kleidung“ den höheren Temperaturen anzupassen.

 

Bernhard Bürkle

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