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Eine Katze gibt dem Haus eine Seele

Rufina wurde in Spanien geboren und lebt heute, dank Auslandstiervermittlung, ein glückliches Leben bei ihrer deutschen Adoptivfamilie.

Die Kanaren und Katalonien gelten in Spanien inzwischen als die fortschrittlichsten Regionen, wenn es um das Thema Tierschutz geht. Hier wird neuerdings eine Maximalzahl an Haustieren pro Haus beziehungsweise Anwesen vorgegeben, um die Lebensqualität der Tiere und die ihrer menschlichen Nachbarn zu verbessern. Hunde und Katzen sollen zur Identifikation mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung versehen werden, und zur Adoption stehende Tiere müssen sterilisiert werden. Wer sich nicht an die neuen Gesetze hält, muss eine Strafe zahlen, die wiederum dem Tierschutz zugutekommt. Es sind auch die einzigen Landesteile, in denen der Stierkampf bereits verboten ist. Im Großteil des Landes, vor allem in ländlichen Regionen, leiden viele Tiere trotzdem noch. Das Aussetzen ungeliebter Haustiere ist leider weit verbreitet, und in Tierheimen werden nicht abgeholte Tiere schon nach wenigen Wochen eingeschläfert. Zahlreiche Tierschutzorganisationen in Südeuropa kämpfen gegen diese Probleme an, indem sie Tiere von der Straße in gute Hände vermitteln. Doch wohin mit den zahlreichen Hunden und Katzen? Da der „Bedarf“ vor Ort gedeckt zu sein scheint, bleibt eigentlich nur noch eine Auslandsadoption um die Tiere zu retten.

Eine dieser Katzen ist Rufina. Sie wurde als Baby zusammen mit ihrem Bruder in Südspanien
ausgesetzt. Beide infizierten sich dort mit Katzenschnupfen, der bei Nicht-Behandlung tödlich verläuft. Tierschützer entdeckten die jungen Katzen, aber leider musste ihnen trotz der nun eingeleiteten Behandlung jeweils ein Auge entfernt werden, da der Virus schon weit fortgeschritten war. Rufinas Zähne mussten später größtenteils entfernt werden, lediglich drei waren noch zu retten. Durch ihre Behinderung wurde Rufina in ihrer Heimat so gut wie unvermittelbar. Nach ihrer Regeneration, die sie aus Platzmangel in einem dunklen Käfig verbrachte, kam sie ohne ihren Bruder in ein Tierheim. Dort stellte sie vor lauter Kummer das Fressen ein und kam zu einer privaten Pflegestelle, wo sie aber nicht lange bleiben konnte. In einer nächsten Pflegestelle jedoch, blühte sie langsam auf. Sie begann wieder zu fressen und spielte auch gern mit den anderen Katzen. Leider wollte sie noch immer niemand adoptieren. Erst gut ein Jahr nach ihrer Rettung kam dann endlich der entscheidende Anruf aus Deutschland.

Ein neues Leben beginnt
Die Katze reist von Barcelona zu mir nach Düsseldorf. Bereits in der ersten Nacht kriecht sie zu mir ins Bett, um sich dann mit 5,2 Kilo Kampfgewicht auf meinem Rücken
niederzulassen, als hätte sie nie woanders geschlafen – und das hat sie seitdem tatsächlich auch nie wieder. Der nächste Morgen beginnt für mich damit, in der Küche die Radieschen aufzusammeln, die Rufina dort verteilt hat. Dank ihres Charmes und einem gesunden Selbstbewusstsein hat sie meine Familie und mich schon nach wenigen Wochen im Griff. Ab jetzt gibt es für uns keine Langeweile mehr. Das sonnige Gemüt bringt sie ebenso mit wie temperamentvolle Geselligkeit und ein gewisses Maß an Chaos. Negative Emotionen oder schlechte Laune hingegen sind Fremdwörter für sie. In all den Jahren, die sie mittlerweile in Deutschland ist, habe ich sie nicht einmal fauchen hören oder auch nur die Ohren anlegen sehen. Ob Artgenossen oder Menschen – alles findet sie toll. Ihre tollpatschige Art macht sie zum Entertainer für meine Besucher, die sie auch stets, meist eher unfreiwilligerweise, zum Lachen bringt. Sie will immer überall dabei sein. Wenn ich trotzdem versuche, sie aus dem Raum auszusperren, bereue ich es spätestens nach 30 Minuten lautstarken Miauens, das vermutlich sogar den Nachbarn das Herz erweicht. Das hat sie verinnerlicht: Hartnäckigkeit wird am Ende immer belohnt, und so ist man selbst beim Baden nie ganz allein.

Meine anfängliche Sorge, dass sie von ihrem fehlenden Auge beeinträchtigt sein könnte, war vollkommen grundlos. Ganz im Gegenteil: Jeden Tag wird mit allem gespielt (und alles verschludert), was ihr zwischen die Pfoten kommt – Wattestäbchen, Walnüsse, Bonbons, Blumen – die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Und auch die Weihnachtszeit ist mit ihr nicht mehr dasselbe wie früher. Adventskränze, Deko-Artikel sowie Krippenfiguren, die nicht gerade aus Stahl sind, überleben ein Weihnachtsfest mit Rufina nicht. So elegant wie die Katzen aus der Fernsehwerbung ist sie nicht. Stattdessen gleicht meine Mülltonne seit ihrem Einzug einem Hochsicherheitstrakt, denn ihre Plünderung gehört zu Rufinas größten Hobbys. Passe ich nicht auf, wird der Inhalt in allen Zimmern verteilt, denn heutzutage isst sie für ihr Leben gern. Zwar soll sie eigentlich auf ihre Linie achten, aber auch mit nur drei Zähnen schafft sie es immer wieder, Essen zu klauen, und wenn es nur das alte Brötchen ist, das dann im Wassernapf eingeweicht wird. Auch Kartons, Zeitschriften oder wichtige Unterlagen lassen sich mit wenigen Zähnen noch sehr gut zerpflücken – ein Umstand, der ihr schließlich den Spitznamen „Rupfina“ einbrachte. So kam es, dass ich mein Altpapier oft nicht direkt zur Tonne bringe, sondern für das Hobby meiner Katze im Flur stehenlasse. Dieser wird auch gern als Galopprennbahn genutzt, und im  Sommer ist der Balkon immer für eine Siesta gut – der Straßenlärm bringt sie dabei nie aus der Fassung. Geschlafen wird sonst eher weniger, aber wenn, dann gerne auch schon einmal auf meinem Schoß oder auf der frischen Bügelwäsche. Diese Ruhe hält aber höchstens bis zum frühen Morgen, wenn dann weniger sanft das Frühstück eingefordert wird. Denn auch wenn die Katze ein Herz aus Gold hat, weiß sie trotzdem genau ihren Willen durchzusetzen. Ich versuche gern, mich schlafend zu stellen, um mich der frühen Fütterung zu entziehen. Aber Rufina lässt sich ja nicht für dumm verkaufen. Dann kommt eben Plan B: einfach nach und nach wichtige Gegenstände, wie mein Handy, vom Nachttisch schmeißen, und schon werde ich munter. Und wenn ich dann sowieso schon aufgestanden bin, kann ich sie ja auch direkt füttern.

Doch ich kann ihr nie lange böse sein. Spätestens wenn ich ihr ins Auge schaue und sie guckt, als hätte sie mit dem ganzen Chaos nichts zu tun, ist der Ärger vergessen. Ihr liebenswerter Charakter macht es nur umso unverständlicher, dass sie einmal als nicht vermittelbar galt. Ein Leben ohne das spanische Energiebündel, das mich jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, an der Tür empfängt, wäre nicht mehr dasselbe. Auch ihr Tierarzt ist begeistert  von ihrem positiven Wesen. Meine Mutter beschreibt es daraufhin treffend: „Sie nimmt das Leben so, wie‘s kommt.“ Davon können auch wir Menschen noch etwas lernen, und es zeigt, dass es sich im Leben immer lohnt, zweimal hinzuschauen.

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Kommentare

  • „Lacrima“
    24.07.2018 12:32 Uhr

    Es gibt auch immer wieder Menschen, die gesucht werden, die dabei helfen, dass die Tiere (egal ob Hund oder Katze) mit fliegen und einreisen dürfen. So genannte Flugpaten.
    An sich eine tolle Idee, aber auch bei uns warten so viele Katzen und Hunde sehnlichst auf ein neues Zuhause....
    Und gerade jetzt in der Sommerzeit liest man wieder, wie viele Tiere doch verschenkt werden, damit man in Ruhe in den Urlaub fahren kann....
    Wer sich ein neues Familienmitglied zu legt sollte vorher überlegen, ob genug Zeit und Platz vorhanden ist und auch für die Urlaubsbetreuung gesorgt ist.


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