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Seniorenstudium Nach dem Berufsleben noch mal Campusluft schnuppern

Der Ruhestand ist etwas, worauf sich fast alle freuen. Doch ist er erst einmal da, fühlen viele sich im neuen Alltag gelangweilt und unterfordert. Deutschlands Universitäten bieten Unruheständlern Abhilfe.

Nach jahrelanger beruflicher Tätigkeit plötzlich viel mehr in den eigenen vier Wänden sein, als einem eigentlich lieb ist – viele Rentner kennen das Gefühl. Doch die neue Lebenslage und die dazugewonnene Zeit bieten gleichzeitig auch zahlreiche neue Möglichkeiten.

„Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen.“ (Cicero)

Ich treffe Ursula K. (71) im Café neben der Mensa der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Der Treffpunkt kommt ihr gelegen, denn sie muss laut eigener Aussage „sowieso mal mit ihrer Hausarbeit anfangen“ und findet „das Mensa-Essen schrecklich“. Hier im Café hingegen sei sie immer sehr gern. Seit drei Jahren studiert sie Philosophie und Germanistik als ordentlich eingeschriebene Studentin in der Universität in Düsseldorf. Doch wie kam sie darauf? „Natürlich habe ich jetzt mehr Zeit als damals, als ich noch mit Beruf und Familie eingespannt war. Die Liebe zur Philosophie ließ mich diesen Studiengang wählen, außerdem war ich früher Buchhändlerin, da liegt Germanistik und die Literatur nahe“. Auch der Wegfall der hohen Studiengebühren hat bei ihrem Entschluss zu studieren eine entscheidende Rolle gespielt. Der fehlende Numerus Clausus bei Philosophie war ein weiterer Faktor, denn ab dem 55. Lebensjahr darf man hier ausschließlich zulassungsfreie Fächer studieren.

Natürlich hat sie nicht vor, mit dem angestrebten Bachelor-Abschluss noch mal ins Berufsleben einzusteigen, aber sie hat ihr Abitur am Abendgymnasium nachgeholt und möchte mehr als Gasthörerin sein, die offiziell nur die Vorlesungen und nicht die Seminare besuchen dürfen. Ihr ist auch aufgefallen, dass „die ordentlich eingeschriebenen Senior-Studenten in den letzten Jahren immer mehr geworden sind.“ Auf die Frage, ob sie denn auch Kontakt zu den jüngeren Studenten hat, antwortet sie: „Oh ja, sogar mehr als zu jenen in meinem Alter! Erst letztens war ich bei meiner 22-jährigen Kommilitonin auf einer Feier im Wohnheim eingeladen. Andersherum habe ich sie und andere Freundinnen auch schon zu einem politischen Zentrum, in dem ich mich ehrenamtlich engagiere, mitgenommen und ihnen ein bisschen von meiner Welt gezeigt. Sie haben dort sogar einen Vortrag über ihre Eindrücke vom G20-Gipfel gehalten. Zu Anfang des Studiums hatte ich noch Angst, dass ich wegen meines Alters schräg angeguckt werde, aber die Angst war unbegründet und ich wurde nett aufgenommen“. Ist das Studium denn so, wie Ursula es sich vorgestellt hat? „Alles in allem ja, jedoch gefallen mir die Vorlesungen besser als die Seminare. Aber eins habe ich schon festgestellt: Wir älteren Studenten können uns viel mehr rausnehmen als die jungen, nicht zuletzt, weil wir meist älter sind als der Dozierende selbst.“ Ursula hat ihre Entscheidung des Studiums nach der Rente nicht bereut. „Ich habe letztens eine Philosophie-Hausarbeit über das Älterwerden geschrieben, ein sehr interessantes Thema. In dem Zusammenhang habe ich auch Texte von Cicero gelesen. Sogar der schrieb damals vor 2000 Jahren schon über das lebenslange Lernen. Ich bin also auf dem richtigen Weg.“

 

Entspannte und zwanglose Weiterbildung

Wer nicht wie Ursula K. auf einen Abschluss hin studieren  möchte, dem bieten 50 Hochschulen bundesweit die Möglichkeit, sich als Seniorstudent einzuschreiben und aktiv am Studentenleben teilzuhaben. Zudem offerieren so gut wie alle Universitäten in Deutschland ein Studium als Gasthörer, das von allen Altersklassen genutzt werden kann. Was alles möglich ist und wie viel es kostet, hängt von der jeweiligen Universität ab.

Laut Angaben des Akademischen Vereins der Senioren in Deutschland (AVDS) hat sich die Zahl der älteren Studierenden in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Nicht verwunderlich, denn das Studium im Rentenalter bietet jedem die Chance, sich noch mal ganz interessengebunden weiterzubilden, den Horizont zu erweitern und neue Kontakte zu knüpfen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Italienischkurs für den nächsten Toskana-Urlaub? An den Hochschulen findet sich eine Bandbreite an Sprachkursen, die auch Seniorstudenten offenstehen. Dabei steht der Spaß am Lernen beim Seniorenstudium bzw. bei der Gasthörerschaft immer im Vordergrund. Das Studium ist demnach nicht berufsvorbereitend, auch wenn mit den „regulären“ Studenten zusammen gelernt wird. Reine Seniorenstudiengänge gibt es folglich nicht. Für sie entfällt jedoch der akademische Grad am Ende. Ein Abitur ist in der Regel ebenfalls nicht von Nöten. Die einzige Ausnahme stellt das Bundesland Bayern dar. An einigen Hochschulen im Freistaat müssen auch Seniorstudenten über ein Abitur verfügen.

Veranstaltungen können nach Interesse und Kapazität frei gewählt werden. Vor allem in den Geistes- und Kunstwissenschaften sind oft viele Plätze frei. Als Seniorstudent oder Gasthörer kannst Du auch Veranstaltungen verschiedener Studienfächer besuchen, bist also nicht auf ein bestimmtes Fachgebiet festgelegt. Ein weiterer Pluspunkt: Der Prüfungsstress entfällt, da weder Klausuren noch Hausarbeiten geschrieben werden müssen. Allerdings können Seniorstudenten Zertifikate für ihre absolvierten Kurse und Vorlesungen erhalten.

 

Bequem von zu Hause aus lernen

Wem die nächste Universität zu weit weg ist oder wer lieber allein studieren möchte, dem steht das Fernstudium zur Verfügung. Dabei werden Studienunterlagen gegen Gebühr von der Fernuniversität zu den Studenten geschickt oder online zum Download angeboten. So kann bequem von zu Hause aus studiert werden. Fernlehrer sind telefonisch, postalisch oder per Mail erreichbar. Außerdem erhalten die bearbeiteten Aufgaben stets eine Bewertung. Lediglich Prüfungen werden vor Ort in der Fernhochschule absolviert.

Nähere Informationen zu Seniorenstudium und Gasthörerschaft erhalten Interessierte in den Studienberatungen der Hochschulen bzw. Fernuniversitäten.

 

Studienführer:

Der 60-seitige Studienführer des Akademischen Vereins der Senioren in Deutschland (AVDS) liefert einen Überblick über Seniorenstudium und Gasthörerschaft an deutschen Hochschulen, inklusive Ansprechpartnern und Adressen (Preis 16,90€).

 

Auswahl von Fernuniversitäten in Deutschland:

AKAD

Akademie für Fernstudien

Allfinanz Akademie

Apollon Hochschule

Fernakademie

Fernuniversität Hagen

Euro-FH

IWW Hagen

Wilhelm-Büchner-Hochschule

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