Was steckt in Nektar und Co?

Bunt, fruchtig, süß. So ein Glas Saft ist schon eine herrliche Erfrischung. Nur wie sieht es eigentlich mit Zucker und Kalorien aus? Ist Saft gleich Saft? Warum steht auf dem einen Etikett Direktsaft, auf einem anderen Nektar? Wir erklären Ihnen die Unterschiede.

Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag heißt die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, kurz DGE. Von Seiten der Experten heißt es hier, dass auch ein Glas Fruchtsaft in diese täglich empfohlene Menge mit einbezogen werden kann. Doch es kommt darauf an, welcher Saft hier ausgewählt wird. Denn so manch einer entpuppt sich als ziemlich kalorien- und zuckerreich.

AM BESTEN OHNE ZUCKERZUSATZ
Steht auf der Verpackung „Fruchtsaft“, besteht er zu 100 Prozent aus Frucht. Zucker wird ihm nicht extra zugesetzt. Vergleichbar wäre er mit dem Saft, der in der heimischen Küche aus Früchten frisch gepresst wird. Solche Säfte schneiden hinsichtlich ihres Gesundheitswerts besser ab als Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränke. Denn der Gehalt an Vitamin C sowie sekundären Pflanzenstoffen wie Beta-Karotin, eine Vorstufe von Vitamin A, liegt hier höher. Damit aus Orangen, Aprikosen oder Äpfeln Fruchtsaft mit 100 Prozent Fruchtgehalt wird, werden die Früchte frisch gepresst, zur Haltbarmachung pasteurisiert und abgefüllt. Solche Säfte nennen sich dann „Fruchtsaft“ oder „Direktsaft“. Es gibt ihn aber auch in der Version als „Fruchtsaft aus Fruchtkonzentrat“. Damit aus Fruchtkonzentrat Saft entsteht, wird er wieder rückverdünnt. Infos dazu finden Sie auf Saftpackungen in der Nährwertanalyse und Zutatenliste.

FRUCHTSAFT IST EINE GUTE BASIS FÜR SAFTSCHORLEN
Fruchtsaft schmeckt angenehm fruchtig und bietet sich zum Beispiel zum Frühstück oder im Müsli an. Ideal sind Fruchtsäfte zum Mischen von Schorlen. Wenn Sie Sport treiben, können Sie im Verhältnis 2:1 (Wasser zu Saft) mischen. Schorle versorgt Sie vor und während sportlicher Aktivitäten mit einer kleinen Menge an schnell resorbierbaren Kohlenhydraten. Im höheren Mischungsverhältnis (3:1 oder 4:1) bieten sich Schorlen auch mal als fruchtige Alternative zu Wasser an. Vorausgesetzt es handelt sich dabei um Fruchtsaft und nicht um Nektar oder Fruchtsaftgetränke.

ZUCKERREICH: NEKTAR UND FRUCHTSAFTGETRÄNK
Purer Saft von Rhabarber, Johannis- oder Stachelbeeren ist eine ziemlich saure Sache und schwer trinkbar. Deshalb sind sie meist als Nektar im Angebot. Und da es hierfür bestimmte Regeln gibt, werden diese in der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung festgeschrieben. Demnach steckt im Nektar weniger Frucht als im Direktsaft. Stattdessen mehr Wasser, Zucker oder Honig. Je nach Obstsorte liegt der Fruchtgehalt bei 25 bis 50 Prozent. Es lohnt sich also, genau aufs Etikett zu schauen. Ein normal großes Glas (200 ml) Johannisbeer-Nektar enthält rund 130 Kilokalorien und 26 Gramm Zucker. Die gleiche Menge Apfelsaft 115 Kilokalorien und 22 Gramm Zucker. Nicht nur beim Zucker- und Energiegehalt vom Fruchtsaft sieht die Bilanz besser aus: ebenso beim Gehalt an Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen. Wer also öfter Saft trinkt, wählt besser Produkte aus 100 Prozent Frucht, ohne externen Zuckerzusatz. Kohlenhydrate auf Grund des natürlich in Früchten enthaltenen Fruchtzuckers, stecken in jedem Saft. Auch bei der Bezeichnung „ohne Zuckerzusatz“. Saft ist also nicht gleich Saft und die tägliche Flüssigkeitsmenge von eineinhalb bis zwei Litern sollte nicht nur daraus bestehen. Ein Glas täglich reicht laut der Experten der DGE völlig aus, auch im Hinblick auf Kalorien und Zucker.