Regionale Vielfalt

Deutschland ist auch in kulinarischer Hinsicht ein vielseitiges Land. Die deutsche Küche bietet nämlich weitaus mehr, als die in diesem Zusammenhang gerne genannten Gerichte wie rheinischer Sauerbraten, Schweinshaxe und Knödel. Die Spezialitäten unterscheiden sich regional sehr voneinander und sind oftmals für die jeweiligen Gegenden prägend.

Auch wenn die Namen auf bestimmte Regionen verweisen, so sind Thüringer Rostbratwürste, Leipziger Allerlei – die Gemüsemischung aus Erbsen, Möhren und Spargel – sowie Spreewaldgurken aus Brandenburg landesweit beliebte Spezialitäten. Gerade die Spreewaldgurken blicken auf eine lange Geschichte zurück. So schwärmte bereits in den 1870er-Jahren Theodor Fontane von diesem speziellen Gurkengenuss. Und was wäre das Weihnachtsfest ohne den traditionellen Dresdner Stollen? Einige Bezeichnungen lassen jedoch nicht immer automatisch auf die Ingredienzien des jeweiligen Gerichts schließen, was für Ortsfremde mitunter zu Missverständnissen führen kann. So ist beispielsweise der „Kalte Hund“ ein Kuchen, bestehend aus Keksschichten und reichlich Schokolade. Und dann gibt es den „Halve Hahn“ im Rheinland. Wer sich dabei auf ein halbes Hähnchen freut, der irrt gewaltig und bekommt stattdessen ein Roggenbrötchen mit Käse serviert.

Norden und Süden

Im Norden des Landes genießt man gerne deftigen Grünkohl mit Pinkel, das sind geräucherte und grobkörnige Grützwürste, die vor allem in Oldenburg, Bremen und Friesland gegessen werden. In den südlichen Gefilden Deutschlands ist Pinkel hingegen weitgehend unbekannt und schwer erhältlich. In östlicher gelegenen Gebieten Norddeutschlands gehören Bregenwürste in jedes Grünkohlgericht. Die Saison für den gesunden Kohl beginnt im Herbst, zur Zeit des ersten Frostes. Ebenso steht das Rind- oder Schweinefleischgericht Labskaus häufig auf norddeutschen Speisekarten. Das alte Seemannsgericht – gestampfter Brei aus Kartoffeln und Rind- oder Schweinefleisch – ist auf dem Festland sehr beliebt. Der Süden hingegen ist einer völlig anderen kulinarischen und deftigeren Prägung unterlegen. Bayrische Weißwürste, Leberkäse, Maultaschen, Dampfnudeln sowie Germ-, Zwetschgen-, Semmel- und Leberknödel sind hier unverzichtbar. Und hinsichtlich süßer Verführungen ist die Schwarzwälder Kirschtorte ein wahrer Klassiker.

Deftige Note

Du siehst, die heimische Küche bietet eine erstaunliche Vielfalt. In Küstennähe sind Fisch- und Krabbengerichte an der kulinarischen Tagesordnung und Pannfisch mit seiner delikaten Senfsauce sollte auf jeden Fall gekostet werden. Wohingegen in anderen Gegenden des Landes Fleisch- und Wurstspezialitäten dominieren. In Deutschland gibt es rund 1.500 Wurst- und über 300 verschiedene Brotsorten. Kartoffeln sind als warme Beilage zu diversen Gerichten so gut wie nicht mehr wegzudenken. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass deutsche Spezialitäten durchaus eine deftige Note besitzen. So kommt hierzulande auch gerne die ostpreußische Spezialität Königsberger Klopse mit Kapernsauce und Salzkartoffeln auf den Tisch. In Rheinland-Pfalz, Franken und Rheinhessen sind die traditionellen Weinfeste ohne den herzhaften Zwiebelkuchen unvorstellbar. Und nicht nur die Hessen lieben ihre Frankfurter grüne Sauce, bestehend aus sieben Kräutern und einem hart gekochten Ei. Ein Genuss zu gekochten Kartoffeln und Tafelspitz. Eine kulinarische Reise durch Deutschlands Regionen wird Ihnen mit Sicherheit noch die ein oder andere bisher eher unbekannte Spezialität offenbaren.